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Hallo zusammen,

 

wie versprochen werde ich euch ein wenig berichten wie es mir in den USA so ergeht.

Als erstes einmal bin ich gut angekommen. Der Flug war ehrlich gesagt nicht so gut wie der nach Neuseeland. Ich hatte nicht so viel Beinfreiheit und auch sonst war es ziemlich eng, dafür war er aber nicht so lang. Als ich ankam hab ich gleich eine Reservierung für den Bus geholt. Eine Stunde später sollte er fahren, durch den dichten Verkehr wurden es zwei Stunden. Naja, wenigsten fuhr er J. Nach drei Stunden war ich dann am Busbahnhof in Farmington angekommen und keine Minute später kam auch schon Wendy. Sie ist meine Host Mom, d.h. ich wohne bei ihr. Da ich Hunger hatte gab es erstmal einen Burger, danach fuhren wir zu meinem neuen Zuhause für die nächsten sechs Monate. Es ist ein Reihenhaus mit sechs Einheiten und je zwei Geschossen. Ich hab mein eigenes Zimmer mit TV, welches sehr schön ist wie auch der Rest des Hauses. Die Regeln sind einfach, wir leben quasi in einer WG. Die einzige wichtige Regel, welche mir gleich bekannt gegeben wurde: „Don´t touch my beer à Hände weg von meinem Bier“.

Ich wohne hier mit Wendy allein. Sie ist ca. Mitte Vierzig und ziemlich lustig drauf. Meistens ist sie gar nicht da, von daher bin ich oft allein.

Am Mittwoch hatte ich noch frei, daher schlief ich erstmal aus. Als ich aufwachte schien die Sonne und ich beschloss erstmal die Gegend zu erkunden und ein Telefon zu suchen. Die Gegend erkunden klingt ziemlich gut, heißt aber lediglich das ich die Hauptstraße rauf und runter ging. Dazu muss ich gleich sagen, dass es hier kaum Fußwege gibt und ich bei meinem drei Stunden Spaziergang keinen anderen Fußgängern begegnet bin. Das Wetter war so schön (geschätzte 18°Celsius), dass ich nur im Pullover rum gelaufen bin. Den Rest des Tages verbrachte ich mit Auspacken und Fernsehen.

Als um 6.20Uhr mein Wecker klingelte wurde mir bewusst, dass dies mein erster Arbeitstag war. Ich wurde von einem Mitpraktikanten abgeholt, von dem ich auch das Auto gekauft habe. Es ist ein Ford Taurus, welcher 17Jahre alt und etwas rostig ist. Aber na ja das stört ja nicht, solange er fährt. Leider kann ich ihn noch nicht fahren, da ich erst eine so genannte „Social Security Number“ brauche mit der ich meinen Führerschein in einen Amerikanischen Führerschein umschreiben lassen kann und dann erst das Auto anmelden kann. Das dauert also noch ein paar Tage.

Der erste Arbeitstag begann mit Rundgängen und Bekannt machen in der Abteilung. Die Kollegen in meiner sind alle sehr nett und ziemlich lustig. Mein Chef ist ein Deutscher, schwer beschäftigt, aber hat immer Zeit für Fragen. Der Rest des Tages war wieder ziemlich langweilig und wurde mit Fernsehen gefüllt. Am zweiten Tag bin ich mit ein paar anderen Praktikanten auf das Social Security Department gefahren um die besagte Nummer zu beantragen. Am Abend wollten alle Praktikanten etwas trinken gehen, aber gegen Mittag fing es an zu schneien und hörte gar nicht wieder auf. Das Verkehrschaos war natürlich Perfekt und wir mussten das Bier absagen, da alle etwas weiter auseinander wohnen und keiner mit dem Auto auf die Straße wollte. Das hieß für mich wieder ein Abend vor dem FernseherL!

 Am Samstag hatte es endlich aufgehört zu schneien und die Straßen waren auch frei, so beschlossen wir mal was zu unternehmen. Wir (Praktikanten) fuhren in ein Kaffee und unterhielten uns, wir kennen uns ja alle nicht wirklich. Danach gab es noch ein zwei Bier im Deja Vu, der Stammkneipe der TRUMPF Mitarbeiter und dann war der Tag auch schon wieder rum.

Der Sonntag begann sonnig belief sich aber wieder nur auf Fernsehen da Christian, der einzige der schon einen Connecticut Führerschein und ein Auto hat, keine Zeit hatte.

Auf jeden Fall bin ich froh wenn ich endlich mein Auto fahren darf, mir fällt nämlich langsam die Decke auf den Kopf. Man kann hier absolut nix machen ohne Auto, es ist alles so weit auseinander, dass man es nicht erlaufen kann. Naja bald ist es ja soweit.

Das war es erstmal von mir, wenn wieder was passiert schreib ich es.

Bei Fragen steh ich gern zur Verfügung!

Grüße,

Matthias

 

P.S. Hier noch mal meine Kontaktdaten:

Email:               matthias.graupner@us.trumpf.com  (email auf Arbeit, da kann ich schneller antworten)

Adresse:           Matthias Graupner

                        10 Cianci Avenue

                        Unit 5

                        Plainville

                        CT 06062

                        U.S.A

Handy:             +1 860 869 398 1

Arbeit:              +1 860 255 6268

 

2 Kommentare 19.3.07 12:14, kommentieren

zweite Woche

Hi,

wie schon im letzten Artikel geschrieben braucht man hier unbedingt ein Auto, daher bin ich am Montag (19.3.07) wieder aufs Social Security Department um meine „Sozialversicherungsnummer“, ohne die hier gar nix geht, ab zu holen. Ich bekam sie auch gleich, daher sind ich und Anett, auch eine Praktikantin, am Dienstag zum Department of Motor Vehicle  gefahren. Zuerst muss man sich den Europäischen Führerschein in einen Connecticut Führerschein umschreiben lassen um das Auto anmelden zu können. Nach langem warten und einem Sehtest hielt ich ihn dann endlich in meinen Händen. Weitere zwei Stunden später bekam ich auch meine Nummernschilder und meiner ersten Autofahrt im eigenen Auto stand nix mehr im Weg. Hierzu muss ich sagen, dass ich mit dem EU-Führerschein in den USA schon Autofahren darf, aber kein Auto anmelden kann. Ihr seht es gibt nicht nur Bürokratie in Deutschland. Im Übrigen durften wir die ganze Anmeldung usw. während der Arbeitszeit machen. Am Nachmittag hab ich die Nummernschilder gleich ans Auto geschraubt und los ging die Fahrt. Eine Stunde hab ich die Gegend erkundet und es hat voll Spass gemacht. Wie nicht anders erwartet, quietscht und klappert mein „kleiner“ Ford an allen Ecken und Enden, aber er fährt J ! Soweit so gut, alles lief und es gab keine Probleme. Am Donnerstagmorgen wollte ich dann wieder auf Arbeit und steig, noch etwas verschlafen, in den Taurus ein und will ihn starten, siehe da er gab keinen Laut von sich. Etwas irritiert probierte ich es gleich noch mal und sah auch schon, dass das Licht im Auto an Helligkeit abnahm. Na klar die  Batterie, kam mir auch gleich in den Sinn. Also einen anderen Praktikanten angerufen, den Christian, und der kam auch gleich Vorbei um mir Starthilfe zu geben. Aber Pusteblume, außer einem krächzen war nix rauszuholen. Naja, dachte ich hilft nix, erstmal auf Arbeit. Wie ihr ja wisst bin ich nun nicht gerade der mit viel Erfahrung mit Autos. Aber für mich klang das krächzen nach dem Anlasser und für Christian übrigens auch. Als ich die Geschichte auf Arbeit erzählt habe wurde ich gleich an einen Autofreak weiter empfohlen, welcher meinte: erstmal neue Batterie und beten das es nicht der Anlasser ist! Gesagt, getan, nach der Arbeit gleich zum Wallmart und ne neue Batterie gekauft und eingebaut. Gleich beim ersten Start schnurrte das Auto wie ein Kätzchen und gleich mit. Da hatte ich echt noch mal Glück gehabt.

Da das Auto nun wieder lief, wurde der Freitagabend geplant. Ein Mitarbeiter in meinem Büro, der Mick, hat eine Band und mich und alle Praktikanten zu einem Auftritt in einem Pup eingeladen. Klang gut, deshalb hab ich gleich allen Bescheid gesagt und mich als Fahrer angeboten. Bis ich am Abend alle eingesammelt hatte, wir waren fünf Personen im Auto, verging eine Stunde. Als wir ankamen sah man sofort, dass es ein Metallclub war und nur ca. zwanzig weitere Personen da waren, ca. acht von ihnen ebenfalls Trumpf Mitarbeiter. Aber es wurde ein geiler Abend, die Band spielte von the Doors über Jimmy Hendrix alles und wir tanzten. Um zwei war dann Schluss und wir machten uns auf den Nachhauseweg.

Am Samstag hieß es wieder 7.30Uhr raus, denn fünf von den Praktikanten (auch ich), wollten einen Trip machen. Es ging erstmal Richtung Süden nach Mystic ins Marinelife Aquarium. Dort konnte man Robben, Wale und andere Meeresbewohner bestaunen. Ich muss sagen es war wirklich schön, ich konnte sogar einen Seestern anfassen. Es war viel für Kinder zu sehen und selbst ich kam nicht aus dem Staunen heraus. Danach sind wir noch nach New London gefahren und haben uns die „Altstadt“ angeschaut, welche für amerikanische Verhältnisse, wirklich alt erschien. Im Übrigen haben wir auch das Meer gesehen und wollten auf einen alten Leuchtturm. Dieser war aber geschlossen und nur ca. 10m hoch, war aber trotzdem eine schöne Gegend. Noch mal was am Rande, wir sind selbst zum Opfer einen Hightech Navigationssystems geworden. Der Fahrer (Michael) hatte sich nämlich eins von der Gastfamilie geborgt und es funktionierte den ganzen Tag äußerst zuverlässig. Als wir am Abend auf dem Nachhauseweg noch mal zu „Ruby Tuesday“ (bessere Fastfoodkette) wollten und dies eingaben, hat uns das verdammte Ding in einen Wald geführt und plötzlich im nirgendwo gesagt: „Sie haben ihr Fahrtziel erreicht“. Wir konnten zum Glück nur drüber lachen, sind umgedreht und haben uns was anderes gesucht. Das war mein erster Trip in den USA und hat mir sehr viel Spaß gemacht. Mal sehen was nächste Woche so anliegt ?!

Bis dahin viele Grüße an alle und schreibt mal so was in der Heimat abgeht!

Matthias

4 Kommentare 25.3.07 19:54, kommentieren